Burg Hanstein

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Luftaufnahme der Burg Hanstein

Die Burg Hanstein ist eine restaurierte Burgruine und ein beleibtes Ausflugsziel in Rimbach -Bornhagen im thüringisch-hessischen Grenzgebiet.

Mit dem benachbarten Ludwigstein in Hessen bildet sie als eine der wichtigsten mittelalterlichen deutschen Burganlagen das berühmte Ensemble des Zweiburgenblicks über dem Werratal.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Hanstein geht auf eine Schenkung an die Abtei Corvey zurück. Das Geschlecht der Hansteiner besteht seit 800 Jahren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Hanstein in der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts.

Die Ruine Hanstein und die Bodenreform in der sowjetisch besetzten Zone vor 60 Jahren

Die exponierte Lage hoch über dem Werratal macht den besonderen Reiz der Burg Hanstein aus. In der Zeit der DDR wäre dies aber beinahe ein Verhängnis geworden. Denn weder als Jugendherberge noch als Ausflugslokal waren die historische Gemäuer nutzbar. Sie lagen im Sperrgebiet.

Deshalb mussten die Anwohner von Rimbach und Bornhagen, die ihre Burg über alles lieben, immer wieder in Sorge sein, dass die Rote Armee oder später die Grenztruppe das Bauwerk sprengen würden. Alles Feudale war den Besatzern in Dorn im Auge, etliche Herrensitze im Grenzgebiet wie der Keudelstein bei Wanfried mussten weichen. Schleifen nannte man das damals. Die spannende Geschichte der mittelalterlichen Burg nach dem zweiten Weltkrieg hat Josef Keppler aus Lindewerra für das Buch zur 700-jährigen Geschichte der eichsfeldischen Grenzfeste aufgearbeitet und mit Dokumenten und vielen Bildern belegt.

Die Nachkriegsgeschichte beginnt mit der Bodenreform in der damaligen SBZ. Mit ihr wurde auch der Großgrundbesitz beseitigt. Junkerland in Bauernhand, war die Devise. Im Kreis Heiligenstadt waren 19 Einrichtungen betroffen, darunter die Rittergüter Oberstein und Unterstein im engeren Einzugsbereich der Burg.

Die zum Eigentum der Gesamtfamilie von Hanstein zählenden Burg mit Hof und Umgebung wurde aufgrund eines Beschlusses vom 28. Oktober 1947 als Fläche eingestuft, die enteignet werden sollte. "Die Burg Hanstein verfällt dem Bodenfonds", hieß es lapidar dazu in einer amtlichen Mitteilung.

An gleicher Stelle wurde aber auch vermerkt, dass es sich um ein kunsthistorisches Bauwerk handele, an dem Instandsetzungsarbeiten notwendig werden. Der Eigentümerwechsel wurde am 29. Mai 1948 im Grundbuch von Bornhagen beurkundet. Neuer Eigentümer wurde die Landesleitung der Freien Deutschen Jugend.

Sie hatte Pläne, das Objekt als Jugendherberge zu nutzen - was jedoch erhebliche Sanierungs- und Baumaßnahmen erfordert hätte. Priorität konnte der Hanstein nicht haben, der Wiederaufbau zerstörter Städte mit der Schaffung von Wohnraum war auch im Osten wichtiger.

Auch die FDJ konnte deshalb mit dem Objekt hart an der Zonengrenze nicht glücklich werden.

1950 wandte sich Bürgermeister Rudolf Menge an die Jugendheim GmbH in Erfurt und beklagte den Verfall der Anlage: Seit 1945 sei die Burg ohne jede Aufsicht.

1951 fiel die Entscheidung, die Burg an die Gemeinde zu übergeben. Der Einheitswert der Burg wurde anlässlich der Übergabe mit 23 708 Mark festgestellt. Die verschiedensten Stellen und Persönlichkeiten bemühten sich, öffentliche Gelder locker zu machen, um den fortschreitenden Verfall zu stoppen. Der Hanstein sollte Ausflugsort und Gedenkstätte werden. Dem stimmte auch die Regierung in Berlin zu, bat aber um Geduld. Auf Weisung von oben sollte das Land Thüringen für dringende Reparaturarbeiten 25 000 Mark bereitstellen. Ausbauten in größerem Umfang hielt das Ministerium für Volksbildung für nicht vertretbar - es gebe derzeit wichtigere Aufgaben beim Aufbau des Landes.

Besichtigungen

Der Hanstein ist überwiegend restauriert und kann besichtigt werden.

Anfahrt: über die Bundesstraße 27 (Witzenhausen - Werleshausen).

Wandern - Rundwanderung um den Hanstein

Rundwanderung um den Hanstein

Ein Wandervorschlag vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein Kassel

Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist der Witzenhausener Ortsteil Werleshausen. Ein Parkplatz ist im Ort an der Wendeschleife für Busse vorhanden.

In Richtung B 27 verlassen wir den Ort auf der Landstraße mit dem Wegzeichen E (Ebenhöhe). Bald können wir an einer Lücke der Leitplanke nach rechts in den Pfad zur Hasenkanzel/ Ebenhöhe einsteigen und uns langsam am Hang in Serpentinen zur Hasenkanzel hinaufarbeiten. Unter uns sehen wir die Werra, und an der Hasenkanzel haben wir den Ludwigstein in voller Schönheit vor uns. Hier besteht Rastmöglichkeit.

Es geht weiter in Richtung Ebenhöhe/ Sportplatz. Auf der Schotterstraße nähern wir uns, teilweise mit herrlichen Ausblicken, der Verbindungsstraße Neuseesen, B 27. Hier ist auch der Rettungspunkt ESW 141. Jetzt die Straße überqueren und auf dem südöstlichen Hangweg in Richtung Nordosten bis zur hessisch-thüringischen Landesgrenze gehen (keine Wanderzeichen). Auf dem letzten Wegstück sehen wir links von uns auf der Höhe des Waldes die Grenzsteine, die dem Weg den Namen gaben.

Am Trigonometrischen Punkt Höhe 343 überschreiten wir die Grenze und wandern auf dem ehemaligen Kolonnenweg etwa 500 Meter nach Norden. Am Waldstück rechts abbiegen und zuerst durch den Wald, später durch die Felder, bewegen wir uns auf Bornhagen zu. Am Ortsrand von Bornhagen stoßen wir am Sportplatz auf die Markierung des Eichsfeld Rundweges, das Mainzer Rad. Dieses Zeichen leitet uns durch den Ort hinauf nach Rimbach mit der Burg Hanstein. Ein Besuch der Burg kann nur empfohlen werden.

Unser weiterer Weg geht in Richtung Junkerkuppe/ Teufelskanzel über den öffentlichen Parkplatz. Jetzt haben wir als Richtung den Hinweis Lindewerra-Blick mit den Rundwegen 5 und 7 zu beachten, und bald können wir den schönen Blick in das Werratal genießen. Wir folgen dem Hinweis Lindewerra und wandern auf der Höhe des Waldes bergab. Nach etwa 800 Metern geht rechts ein unscheinbarer Weg (Markierung undeutlicher weißer Punkt) ab, der oberhalb eines Bachlaufes zum Waldrand mit Viehschuppen und Rastplatz führt. Auf fester Straße wandern wir bergab, unterqueren die Eisenbahn und sehen vor uns Werleshausen.

Nach dieser schönen Wanderung haben wir uns eine Einkehr im Gasthaus redlich verdient.

Hessisch-Waldeckischer Gebirgsverein Kassel: Wilhelmsstr. 19, Telefon 05 61-5 29 70 60. Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 14 bis 16 Uhr, Mittwoch 10 bis 13 Uhr, Freitag 13 bis17 Uhr. www.wandern-nordhessen.de und www.wandern-kurhessen.de

siehe auch

Weblinks

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