Eberschütz

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Eberschütz - Ortsschild an der Diemeltalhalle

Eberschütz ist ein Stadtteil der Kleinstadt Trendelburg im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 650 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt im Diemeltal etwa 9 km nordwestlich von Hofgeismar und 35 km von der Großstadt Kassel entfernt.

Die Katasterfläche beträgt 715 ha, davon sind 39 ha Waldfläche.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Als „Everschütte“ wurde der Ort im Jahre 1047 urkundlich erwähnt.

In mittelalterlichen Urkunden werden schon früh die Edelherren von Eberschütz genannt, deren Herrschaft sich bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts über einen weiten Teil des Diemel- und Essetals erstreckte. Sie wurden durch das Erzbistum Mainz mit der Burg Schöneberg belehnt und nannten sich danach "von Schoeneberg". Als letzter der Herren von Schoeneberg verstarb Heinrich von Schoeneberg im Jahre 1428 ohne männliche Erben.

Im Jahre 1455 wurde Eberschütz ein Dorf der Landgrafschaft Hessen und bis zum Jahre 1821 als Amtsdorf dem Amt Trendelburg zugeordnet.

Danach gehörte das Dorf zum ehemaligen Kreis Hofgeismar, der durch Organisationsedikt des Kurfürsten von Hessen-Kassel am 21. August 1821 entstand.

Haupterwerbszweig der Dorfbevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert war neben der Landwirtschaft auch die Leineweberei.

Heimatstube

Im Zuge der hessischen Gebietsreform zu Beginn der 1970-er Jahre wurde die ehemals selbständige Landgemeinde ein Stadtteil von Trendelburg im heutigen Landkreis Kassel.

Heimatstube

Die Heimatstube in Eberschütz wurde am Seit am 20. Mai 2001 ihrer offiziellen Bestimmung übergeben. Seiher dient sie als Treffpunkt mit wechselnden Bilderausstellungen oder regelmäßigen Spinnstubenabenden.

Die Heimatstube befindet sich im ehemaligen Feuerwehrhäuschen, das um 1900 erbaut wurde. Im „Spritzenhüseken“ (Spritzenhäuschen) standen einst die handbetriebene Feuerwehrspritze sowie etliche Eimer und Leitern.

Im Jahre 1952 wurde das Dach erneuert und der Schlauchturm errichtet, bevor die Freiwillige Eberschützer Feuerwehr ab 1971 nach und nach in das Dorfgemeinschaftshaus umzog und das Feuerwehrhäuschen 1996 endgültig geräumt wurde. Eigentümer des Gebäudes ist heute die Stadt Trendelburg.

Eberschützer Klippen und Olmesberg

"Eberschützer Klippen" heißt ein steilansteigender Bergrücken südlich des Dorfes.

Hier finden sich die Überreste einer alten frühgeschichtlichen Fluchtburg der Karolinger aus dem 8./ 9. Jahrhundert. Nach der Legende soll der heilige Sturmius, ein Schüler von Bonifatius, hier seine erste Missionspredigt gehalten haben.

Einen Gedenkstein mit der Sage vom grünenden Pilgerstab hat der Heimatverein Eberschütz in 1997 auf den Eberschützer Klippen aufgestellt.

Große Gräben und Wälle schützten die hier einstmals vorhandene Burganlage aus dem Frühmittelalter.

Die Bahnlinie von Hümme über Liebenau nach Warburg führt an den Eberschützer Klippen vorbei. Unmittelbar danach schließt sich der etwa 335 m hohe Olmesberg an, über den der nahegelegene Heuberg zu erreichen ist.

Kirche

Die Kirche in Eberschütz

Die Kirchengemeinde in Eberschütz gehört zum evangelischen Gesamtverband Eberschütz - Lamerden - Sielen im ev. Kirchenkreis Hofgeismar.

Der Chorturm der Eberschützer Kirche ist im Kern romanisch und wurde im Jahre 1836 erneuert.

Als Erweiterung einer alten Taufkapelle entstand einst aus Kalkbruchstein eine Kirche, die im 1836 umfassend umgebaut wurde. Das Sandsteindach wurde 2002 erneuert.

Die Orgel der Kirche aus den 1960-er Jahren mit neun klingenden Registern stammt von der Hofgeismarer Orgelbaufirma Euler und wurde aus altem und neuem Material erbaut.

Sehenswert ist ein modernes Fenster im Altarraum (von Erhardt Jakobus Klonk) in der ansonsten schlicht gestalteten Kirche.

Kirmes

2010 fand die dreitägige Kirmes in Eberschütz erstmals unter den Kastanien an der Diemeltalhalle statt, nachdem der Kirmestermin von Oktober in den August verlegt worden war.

Spinnstube

Die Spinnstube Eberschütz zeigt auch über die Ortsgrenzen von Eberschütz hinaus bei zahlreichen Gelegenheiten alte Handwerkskunst und Vorführungen mit Spinnrädern

So wird etwa auf der „Hessische Ziege“, einem kleinen Spinnrad, gesponnen und auf einer Kardiermaschine wird die Schafwolle gekämmt.

Schweinetrogrennen

Mit einem Teilnehmerrekord von 54 Teams fand nach einem Artikel in HNA-online vom 2.8.2009 das siebte Schweinetrogrennen des Heimat- und Geschichtsvereins Eberschütz statt. Einige hundert Besucher verfolgten das Schweinetrogrennen auf der Diemel, bei dem Zweiermannschaften in hölzernen Bottichen zum Paddel-Wettbewerb starteten. Gerudert wurde ausschließlich mit den Händen.

siehe auch

An der Diemeltalhalle

Vereinsleben

Wandern und Radwandern

Dorfgemeinschaftshaus aus 1955

Weblinks

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