Guntershausen

Aus Regiowiki

Dorfstraße in Guntershausen
Am Fahrrad-Weg R1 in Guntershausen an der Fulda mit Blick auf die Eisenbahnbrücke

Guntershausen ist der kleinste Stadtteil der nordhessischen Stadt Baunatal im Landkreis Kassel mit ca. 980 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gemarkung

Die Gemarkung Guntershausen hat ein Größe von ca. 366 Hektar.

Lage

Der kleinste Stadtteil von Baunatal liegt idyllisch an der Fulda. Eine der ersten Eisenbahnviadukte Deutschlands überquerte bei Guntershausen den Fluß, bis 1868 angeblich die größte Brücke im damaligen Deutschen Reich.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Guntershausen wurde in frühen Urkunden als "Huntireshusun", "Huntereshusun" sowie "Hunthereshusun" genannt, erstmals in der Gründungsurkunde des Klosters Hasungen aus dem Jahr 1074.

Das Dorf gehörte zum landgräflichen Amt Baune. 1585 hatte Guntershausen 20 Haushaltungen, im Jahr 1747 waren es 15.

In beiden Jahren wurde die Kirche von Guntershausen als Filiale der Kirche von Grifte erwähnt.

Am 1. September 1970 gab die Gemeinde Guntershausen ihre Selbständigkeit auf und bildete mit der Gemeinde Rengershausen die Gemeinde Buchenhagen.

Am 1. August 1972 ging die Gemeinde Buchenhagen in der Stadt Baunatal auf.

Seitdem ist Guntershausen ein Stadtteil der Stadt Baunatal. Datei:Kirche Baunatal Guntershausen.jpg

Bahnhof und Eisenbahn in Guntershausen

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Guntershausen eines der ersten Eisenbahnviadukte Deutschlands über die Fulda gebaut.

Hier wurden die Strecke der Main-Weser-Bahn von Frankfurt nach Kassel und die Strecke der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Bebra nach Kassel zusammengeführt. Dadurch entstand in Guntershausen ein Eisenbahnknotenpunkt. Der historische Bahnhof Guntershausen aus dem Jahre 1855 war ehemals sogar mit einem kurfürstlichen Wartezimmer, einem Restaurant, einem Karten- und Gepäckräumen sowie Wohn- und Werkstätten ausgestattet. Als Repräsentations- und Funktionsbau diente er damit insbesondere den Gästen und weniger den Guntershäuser Bürgern.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 1945 die sieben mittleren Bögen des Einbahnviadukts zerstört. Erst 1952 wurde die Brücke in der heutigen Form wieder hergestellt.

Heute befindet sich am Ort eine Haltestelle der RegioTram.

Im ehemaligen Hotel Bellevue – heute: Marie-Behre-Altenhilfezentrum - waren zur Blütezeit Fürsten und Regenten anderer Staaten und wohl auch Otto von Bismarck zu Gast.

Zugunglück in Guntershausen

Am 5. November 1973 geschah eines der schwersten Zugunglücke in der Geschichte der Deutschen Bahn. 13 Menschen starben an diesem Herbsttag vor 40 Jahren, als der D-Zug 973 „Ederland“ an der nördlichen Einfahrt zum Bahnhof Guntershausen auf den stehenden Interzonenzug 453 prallte. 13 Menschen starben an diesem Herbsttag vor 40 Jahren, als der D-Zug 973 „Ederland“ an der nördlichen Einfahrt zum Bahnhof Guntershausen auf den stehenden Interzonenzug 453 prallte.

Und das war passiert: Der Interzonenzug 453 musste etwa 1,2 Kilometer nördlich vom Bahnhof Guntershausen wegen Problemen an der Bremsanlage halten. Der Lokführer war noch mit der Untersuchung einer defekten Leitung befasst, als um genau 14.29 Uhr der folgende D-Zug 973 nach Frankfurt in den letzten Wagen donnerte. Er war die abschüssige Strecke von Rengershausen aus auf feuchten Gleisen trotz Zwangsbremsung wie auf Schlittenkufen gerutscht. Der letzte Wagen des Interzonenzuges wurde durch die Wucht der 86-Tonnen-Lok in Sekundenbruchteilen wie eine Ziehharmonika auf wenige Meter zusammengeschoben. Neben 13 Toten gab es 25 Schwer- und 40 Leichtverletzte.
Vile Helfer waren in Guntershausen am 5.November 1973 in Guntershausen und blickten erstarrt auf den völlig zusammengedrückten letzten Wagen des Interzonenzuges.

Mögliche Ursachen

Die Experten, die die Unfallstelle untersuchten, machten schließlich einen gefährlichen Schmierfilm aus Laub, Schmutz und Nässe für die Rutschfahrt des zweiten Zuges verantwortlich. Trotz einer Zwangsbremsung war der D-Zug „Ederland“ mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 60 km/h auf den stehenden Interzonenzug geprallt. Der Lokführer habe alles versucht, den Aufprall zu verhindern, hieß es damals. Experten entdeckten später eine 800 Meter lange Schleifspur auf dem Schienenstrang. Sie gingen davon aus, dass die gebremsten Räder des Zuges auf den feuchten Gleisen blockierten und der Zug wie auf Schlittenkufen fast mit gleichbleibender Geschwindigkeit in Richtung des stehenden Zuges rutschte.


Kirche

Kirchengemeinde

Guntershäuser Gotteshaus feiert 100-jähriges Bestehen

HNA-Bericht am 17.03.2012

Portal ist älter als Kirche

Guntershäuser Gotteshaus feiert 100-jähriges Bestehen – Vorher Kapelle am Friedhof

Bis 1912 hatte Guntershausen keine eigene Kirche. Der Ort gehörte kirchlich zu Grifte, wohin die Guntershäuser sonntags gingen, um auf eigens für sie reservierten Plätzen in der Grifter Kirche den Gottesdienst zu feiern.[1]

siehe auch:

Märchenskulpturen

In den Baunataler Stadtteilen gibt es eine ganze Reihe von Märchenskulpturen, darunter den gestiefelten Kater in Rengershausen, die sieben Raben in Altenbauna, Hänsel und Gretel in Kirchbauna und den Froschkönig in Großenritte. Auch Baunatal versteht sich als nordhessische Märchenstadt. Immerhin stammte die wichtigste Zuträgerin der Brüder Grimm, Dorothea Viehmann, von der Rengershäuser Knallhütte. [2]

Weitere Standorte von Märchenskulpturen sind in Baunatal der "Märchenbrunnen" in der Fußgängerzone mit den Gebrüdern Grimm und der Märchenerzählerin Dorothea Viehmann und "Sterntaler" beim Sportplatz Guntershausen.

Sehenswürdigkeiten

Bahnhof Guntershausen

Bahnhof Guntershausen
Foto: Günther Pöpperl
Stellwerk am Bahnhof Guntershausen
Foto: Günther Pöpperl
Straße "Zum Bahnhof" in
Foto: Günther Pöpperl


Eco-Pfad

Eisenbahnbrücke über die Fülda in Guntershausen - Foto: Günther Pöpperl

Die Bauna und ihre 38 Brücken

Der kleine Fluß die Bauna ist der Namensgeber für die Stadt Baunatal. Die Bauna entspringt am Ahrendsberg in der Nähe der Ortschaft Schauenburg-Hoof, durchfließt die Stadt Baunatal aus Richtung Schauenburg-Elgershausen kommend, fließt weiter durch Baunatal-Altenritte in Baunatal-Altenbauna durch den Stadtpark, vorbei an der Kirche und durch die Kleingartenanlage nach Baunatal-Kirchbauna, von hier in Richtung Guntershausen. Dort mündet sie in der Fulda (Fluss).[3]

Baunatal und seine Brücken

HNA am 03.02. 2011 von Ingrid Jünemann

Ein neues Kapitel über die VW-Stadt im Regiowiki, dem regionalen Internetlexikon der HNA: Baunatal und seine Brücken 38 Brücken führen über diesen Bach – wer hätte gedacht, dass es so viele sind. Pöpperl hat sie fotografiert und die Bilder ins Netz gestellt. „Selbst ich habe Neues dazugelernt“, sagt der Altenbaunaer. Kurze textliche Informationen sollen folgen – Flurstück, Baujahr und Name, falls vorhanden [4]

Bauna-Brücken in Guntershausen

Vom Fehrenberg zu den Birken in den Feldern von Guntershausen, am Riesenstein vorbei geht der Weg wieder hinab zur Bauna und zu dieser Fußgängerbrücke
Die Fußgängerbrücke über die Bauna "An der Wassermühle" in Guntershausen
Foto: Günther Pöpperl
Brücke und Wirtschaftsweg vor der Eisenbahnbrücke in Guntershausen an der Str. "An der Wassermühle"
Foto: Günther Pöpperl
Eisenbahnbrücke über die Bauna und die Dorfstraße in Baunatal-Guntershausen. Die Baunabrücke besitzt drei Bögen und ist aus Sandsteinblöcken errichtet.
Foto: Günther Pöpperl


Fußgängerbrücke hinter der Eisenbahnbrücke rechts nach einigen Stufen abwärts über die Bauna
Foto: Günther Pöperl
Straßenbrücke auf der Dorfstraße in der Ortsmitte von Guntershausen
Foto: Günther Pöpperl
Fußgängerbrücke in der Dorfstraße hinter der Feuerwehr
Foto: Günther Pöpperl
Mündung der Bauna nach 17 km
in die Fulda Baunatal-Guntershausen


siehe auch

Ortsansicht Straße "Zum Bahnhof""

Spitzname

Der Spitzname der Bewohner von Guntershausen ist „die Beamten“ und stammt aus der Zeit, als ein Teil der Dorfbevölkerung noch bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt war und deren Uniform trug.

Straßen in Baunatal

Vereine

Feuerwehr in Guntershausen

Freiwillige Feuerwehr

Freiwillige Feuerwehr Guntershausen

KSV Baunatal

Verein der Briefmarkenfreunde Baunatal e.V.

Verlauf der Fulda

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Wandern und Radwandern

Mündung der Bauna in die Fulda
Baunatal-Guntershausen
Foto v. 29.01.2011: Günther Pöpperl

Radwege

Wandern

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Guntershäuser Gotteshaus feiert 100-jähriges Bestehen – Vorher Kapelle am Friedhof
  2. HNA-online vom 23.10.2012: Hänsel und Gretel für Kirchbauna
  3. Quelle www.baunatal-info.de
  4. 03.02. 2011 HNA von Ingrid Jünemann Aktualität erhält das Thema durch die Pläne, den Hochwasserschutz im Bauna-Tal zu komplettieren. Dazu gehören zum Beispiel kleinere Vorkehrungen entlang der Bauna
Mündung der Bauna in die Fulda
Baunatal-Guntershausen
Foto v. 29.01.2011: Günther Pöpperl

Weblinks




Straßen in den Stadtteilen der Stadt Baunatal
| Altenbauna | Altenritte | Großenritte | Guntershausen | Hertingshausen | Kirchbauna | Rengershausen


Stadtteile der Stadt Baunatal
Stadtwappen Baunatal
Stadtlogo Baunatal

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