Henschel-Museum

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Das Henschel-Museum im ehemaligen Henschel-Werk in Rothenditmold (Wolfhager Str. 109, Werkseinfahrt) ist der Unternehmerfamilie Henschel und deren Wirken gewidmet.

300 Jahre Kasseler Technik-Geschichte werden im Technik-Museum Kassel in den Räumen des ehemaligen Henschel-Werks ausgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Ausstellung und Öffnungszeiten

Ausstellung

Das Henschel-Museum hat seinen Platz im ehemaligen Werksgelände in Kassel-Rothenditmold in der Wolfhager Straße 109 gefunden.

Ein Schwerpunkt der angegliederten Sammlung sind Lokomotivenmodelle vom „Drache“ (die erste Henschel-Lok von 1848) bis zum Transrapid.

Elektronik, Feinmechanik, Maschinenbau, Medizintechnik, Metallmusik, Transrapid, aber auch Automobiltechnik stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Das Arbeiten bei Henschel, Schmidt´schen Heißdampf sowie Fennel und Breithaupt wird durch Fotos und Original-Objekten veranschaulicht. Weiterhin werden Führungen über das ehemalige Henschel-Werk im Stadtteil Rothenditmold (Industriebauten von 1870) angeboten.

Eines der ältesten Ausstellungsstücke ist wohl Denis Papins Vorführung seiner Dampfpumpe im Jahr 1706.[1]

Öffnungszeiten

Das Museum wird jeden ersten Samstag und Sonntag im Monat von 14-17 Uhr für eine Besichtigung geöffnet; dazu gibts eine interessante Führung (beides eintrittsfrei).

Besichtigungen nach vorheriger Vereinbarung sind ebenfalls möglich: 0561/8017250

Großfahrzeuge können z. Zt. nur zu besonderen Anlässen, wie z. B. zur Museumsnacht ausgestellt werden.

Entwicklung des Museums

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Anfang Juli 2012 bezieht das Museum die oberste Etage des ehemaligen Henschel-Bürogebäudes an der Wolfhager Straße in Rothenditmold. Dort sollen Lagerräume für das Museumsarchiv sowie ein Kühlraum entstehen. Grund für die Erweiterung sind etwa 50 Regalmeter an Ordnern mit Daten zur Firmnengeschichte, die das Museum erhält.[2]

Geschichte der Firma Henschel

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Kassel wird zur Industriestadt

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlegte sich die Kasseler Firma Henschel mehr und mehr auf den Maschinenbau, zu deren Begründern Carl Anton Henschel in Deutschland gehört. Mit seinem Namen werden grundlegende Erfindungen verbunden wie tragende Ketten- und hydraulische Kastengebläse, Röhrendampfkessel- und Turbinenkonstruktionen.

Sein Sohn Georg Alexander Carl Henschel, 1810 geboren, nahm 1840 den Bau schwerer Werkzeugmaschinen und schließlich den Lokomotivbau auf. Die Nummer 1, der "Drache" für die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn verließ im Juli 1848 die Henschelsche Fabrik. Mit der neuen Henschel-Fabrik am Möncheberg beginnt die Geschichte Kassels als Industriestadt.

Wirtschaftliche Entwicklung in Kassel

Die Henschelwerke wurden im Laufe der Jahrzehnte ständig erweitert. Nach dem ersten Standort an der Weserstraße erschloss man das Gelände am Möncheberg/ Holländischer Platz, später ein Gelände an der Wolfhager Straße in Rothenditmold - darauf das Gelände Mittelfeld zwischen Rothenberg und Holländischer Straße.

Die Unternehmensentwicklung - auch nach dem Zweiten Weltkrieg - wird ausführlich dargestellt im Wikipedia-Eintrag "Henschel-Werke".

Das Familienunternehmen Henschel existiert seit 1957 als solches nicht mehr.

Der Familie Henschel und ihrem Wirken ist das Henschel-Museum in Kassel gewidmet.

Im Zuge der Umwandlung der Unternehmensform, verschiedenster Zusammenschlüsse, Übernahmen und Verkäufe der unterschiedlichen Produktionsbereiche wurden die Industriestandorte z.T. weitergeführt und z.T. umgewidmet.

Zwangsarbeiter bei Henschel

Schon mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Lokomotivenbauer Henschel auch zur Rüstungsschmiede. Die Arbeiter produzieren Geschosse, Zünder und Munitionswagen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden ab Mitte 1942 in Kassel die von Henschel und Porsche entwickelten schweren Kampfpanzer Tiger I und Tiger II gebaut. Damit gehörte Henschel zu den drei größten Panzerherstellern des Reichs. Der wichtigste Zulieferer war die als Waggonfabrik gegründete Kasseler Firma Wegmann, die die Türme für den "Tiger" herstellte. Im Juni bekamen die Fieseler-Werke vom Reichsluftfahrtministerium den Auftrag, ein "Ferngeschoß in Flugzeugform" zu entwickeln.

Zumindest für die Rüstungsproduktion zeigten die Angriffe auf Kassel 1942 noch keine große Wirkung. Die lief weiter auf Hochtouren. Ohne den Einsatz von Frauen, Kriegsgefangenen und ausländischen Zwangsarbeitern wäre das nicht möglich gewesen.

Allein bei Henschel in Kassel wurden 1942 in der Rüstungsproduktion über 6000 Zwangsarbeiter eingesetzt. Insgesamt waren es in Kassel bis zu 30000 ausländische Arbeitskräfte, es gab Massenquartiere in der Nordstadt, am Mattenberg und in Waldau. Hinzu kamen rund 200 kleinere Lager und Unterkünfte.

Jeder zweite Rüstungsarbeiter in Kassel war Ausländer. Sie alle schufteten unter oft menschenunwürdigen Bedingungen.

siehe auch

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Auch in den folgenden Artikeln des RegioWiki-Lexikons wird die Bedeutung von Henschel deutlich:

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Das Technik-Museum im Internetauftritt der Stadt Kassel
  2. Aus HNA.de vom 6. Juni 2012: Henschel-Museum wächst: Neue Etage für Kühlkammer und Lagerräume

Weblinks




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