Historischer Hafen in Karlshafen

Aus Regiowiki

Baurmeistersches Haus am historischen Hafenbecken
Bad Karlshafen – das ehemalige Hafenbecken
Bad Karlshafen - Rathaus am ehemaligen Hafenbecken, einst Pack- und Lagerhaus

Ursprünglich war die Stadt Karlshafen als Hafenstadt am Ende des von Kassel aus führenden Karlskanal geplant worden, woran das zentral gelegene Hafenbecken und die Hafenschleuse bis heute erinnern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits im Jahre 1699 erfolgte die einzige Stadtgründung für Hugenotten in Hessen, in Sieburg, dem späteren Carlshafen. Auf Initiative von Landgraf Karl entstand die weiße Barockstadt an der Weser und an breiten Strassen zumeist zweigeschossige, weiße Häuser mit barocken Giebeln.

Blickt man vom Hugenottenturm - auf den 205 m hohen Hessischen Klippen - auf die Stadt, erkennt man bis heute den denkmalgeschützten Ortskern mit den rund um den alten Hafen gebauten Häusern.

Als Landgraf Carl Anfang des 18. Jahrhunderts sein Kanalprojekt in Angriff nahm, entstand der Hafen mit dem 50  m langen Kanal samt Schleuse zur Weser. Den Übergang auf der Weserstraße ermöglichte eine Zugbrücke, später eine Drehbrücke. 1930 wurde die Verbindung zwischen Hafen und Weser durch eine feste Brücke verschlossen. Der Kanal und ein Schleusentor zur Weser existieren aber noch heute.

Der Hafen der Stadt sollte das Tor zur Nordsee sein und mit einem abkürzenden Kanal Kassels Schifffahrt von der Fulda zur Weser erheblich befördern.

Etwa ab 1713 verfolgte Landgraf Carl den Plan, die Stadt an der Weser über den Landgraf-Carl-Kanal mit der Fulda im Süden zu verbinden, offenbar um das Mündener Zollrecht zu umgehen. Mit einem Kanal von Kassel nach Karlshafen hätte man den hessischen Schiffen die Stapelgelder ersparen können, die an das damals zum Herzogtum Braunschweig gehörende Münden (heute: Hann. Münden) zu entrichten waren.

Nachdem zunächst damit begonnen wurde, die Diemel schiffbar zu machen, wurde mit den eigentlichen Kanalbauarbeiten erst 1720 begonnen, wobei auch Soldaten zu den friedlichen Arbeiten herangezogen wurden.

Von Karlshafen führte der Kanal bereits bis zum heutigen Hofgeismarer Stadtteil Hümme. Pfaff beschreibt in seiner "Geschichte der Stadt Hofgeismar" die Aufregung in den Köpfen der dortigen Bewohner, die bisher lediglich durch eine Botenpost mit Kassel im Süden oder Trendelburg im Norden verbunden waren. Und der Landgraf soll im Jahre 1717 stolz festgestellt haben, er sei bis nach Stammen "geschiffet".

Die Pläne des Landgrafen erwiesen sich aber als wenig erfolgreich, so dass nach seinem Tod im Jahre 1730 der weitere Kanalausbau aufgegeben wurde. Ein von zwei Pferden gezogenes kleines Marktschiff, so heißt es, brauchte von Karlshafen bis Trendelburg im Jahre 1727 einen ganzen Tag, weil es immer wieder flottgemacht werden musste. Und in Hümme ist kaum eines dieser Schiffe jemals angekommen.

Eine Güterverbindung von Kassel nach Karlshafen auf dem Lande wurde gut ein Jahrhundert später mit einer Eisenbahnlinie geschaffen, nachdem man zunächst - unter der Herrschaft des Landgrafen Friedrich II. - eine gut ausgebaute Straße für Transporte von Kassel über Karlshafen bis nach Bremen gebaut hatte, wodurch die Stadt einen deutlichen Aufschwung nahm.

Hafenbecken und "Sieburg"

Am Samstag, 11.6.2011 wurde der Nachbau eines Weserlattenschiffs von Stadtverordnetenvorsteherin Maria Luise Niemetz auf den Namen „Sieburg“ getauft und wenig später im Hafenbecken zu Wasser gelassen. Nach einem Artikel in HNA-online soll damit ein neuer Anziehungspunkt und ein Schritt in Richtung Belebung der Innenstadt und des Hafenareals geschaffen werden. Zu besonderen Anlässen soll es möglich sein, Fahrten mit der "Sieburg" auf dem Hafenbecken zu unternehmen.

Sechs Meter lang und 1,5 Meter breit wurde das Schiff aus Lärchenholz gebaut und vom Bürgermeister Ulrich Otto selbst zu seinem Ankerplatz auf dem Hafenbecken gerudert. Vom Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dienten diese Schiffe zum Transport von Waren auf Weser, Werra und Fulda. Flussaufwärts wurden sie getreidelt, flussabwärts gestakt.

siehe auch

Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Portale Regionen
Portale Themen
Werkzeuge