Hombressen

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Hombressen
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Die Kirche in Hombressen
Basisdaten
Landkreis: Kassel
Stadt: Hofgeismar
Einwohner: ca. 1.800
Internet: Hofgeismar

Hombressen liegt im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Der Ort mit 1800 Einwohnern ist heute der größte Stadtteil von Hofgeismar und liefert einen Großteil des Hofgeismarer Trinkwassers.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt westlich am Rande des Reinhardswaldes, eingebettet in das Tal der Lempe und der Soode.

Mit mehr als 1.800 Einwohnern ist er der größte dörfliche Stadtteil von Hofgeismar.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Hombressen wurde erstmals um 1200 als Humpretissen urkundlich erwähnt.

Der Ort entstand neu ab 1455 als hessisches Dorf des Amtes Grebenstein.

Wo heute Hombressen liegt, gab es bis zum Ende des 14. Jahrhunderts eine ganze Reihe weiterer Dörfer und Siedlungen, darunter Lübecke, Raelsheim, Sidessum, Stolzenhagen oder Ruschenhagen. Die Neubesiedlung der Wüstungen in diesem Bereich zur Mitte des 15. Jahrhunderts war mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Von ursprünglich 11 Bauern, die 1455 im neuen Dorf Hombressen genannt werden stieg die Zahl nur langsam, bis im Jahre 1571 83 Häuser erwähnt werden. Davon waren im Dreißigjährigen Krieg bereits wieder 24 Häuser unbewohnt.

Im Jahre 1686 begann das Siedlungsprogramm des Landgrafen Karl in den nach dem Dreißigjährigen Krieg vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Hugenotten (aus dem französischen Staatsgebiet) und Waldenser (aus den französischen Alpentälern) wurden auch in Hofgeismar und in der Umgebung der Stadt angesiedelt.

Auch in dem nur dünn besiedelten Hombressen wurden in den Jahren 1686 und 1687 französische Flüchtlinge untergebracht, denen Parzellen zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zugewiesen wurden. Dabei kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Zugewanderten. Neue Dörfer für Hugenotten entstanden ab dem Jahre 1686 in Carlsdorf (benannt nach Landgraf Carl) oder Mariendorf bei Immenhausen (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amalia).

Mit der Errichtung der Hombresser Kirche wurde im Jahre 1718 begonnen. Der beachtliche Saalbau wurde im Osten mit einem dreiseitigen Chor abgeschlossen und ersetzte die bisherige Dorfkirche. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wurde aber der Kirchturm vollendet (siehe auch weiter unten: Kirche).

Aufgang zur Kirche
Fachwerkhaus in Hombressen

Nach dem Ende des Deutsch - Französischen Kriegs (1870/ 1871), an dem auch Hombresser mitgekämpft hatten, wurde auf dem höchsten Punkt der Gemarkung (Warth) die Friedenseiche als Mahnmal gepflanzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg endete für die Hombresser Bevölkerung mit Artilleriebeschuß am 5. und 6. April 1945, bei dem drei Menschen ums Leben kamen.

Nach dem Krieg kamen zahlreiche Heimatvertriebene in der damals noch selbständigen Landgemeinde an. In die Amtszeit des damaligen Landrats Karl Höhner fiel die Aufnahme von etwa 25.000 Flüchtlingen in das Gebiet des ehemaligen Kreises Hofgeismar, von denen viele hier eine neue Heimat fanden.

In den Folgejahren wurde in Hombressen unter anderem eines der ersten hessischen Dorfgemeinschaftshäuser gebaut, das am 29.08.1953 eingeweiht wurde. Das erste Gemeinschaftshaus im Kreis Hofgeismar entstand mit beachtlichen Eigenleistungen der Hombresser Einwohner und wurde innerhalb eines Jahres geplant und gebaut. Einrichtungen wie der Gemeinschaftsraum oder die Bade- und Waschanlage mit Mangelraum sollten das Leben auf dem Dorf einfacher und lebenswerter gestalten. Seinerzeit war es schon etwas Besonderes, dass für die Dorfbevölkerung Wannen- und Brausebäder vorhanden waren und das Dorfgemeinschaftshaus auch über eine kleine Wäscherei verfügte.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform verlor der Ort im Jahre 1970 seine Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil der nahegelegenen Stadt Hofgeismar.

Strufus

"Niemanden Herr und niemanden Knecht, so war auch Strufus Art, ein hoher Sinn für Freiheit und Recht, mit hilfreichem Herzen gepaart!", heißt es in einer Inschrift über dem Hombresser Dorfgemeinschaftshaus.

Bis heute rankt sich manche Geschichte um den schwarzbärtigen Wilddieb Strufus, der in alter Zeit armen und hungrigen Hombresser Waldbauern auch schon einmal ein Stück Wild vor die Haustür gelegt haben soll.

Ihm zu Ehren wurde das steinerne Stufuskreuz im Lempetal errichtet, an der Stelle, wo der Wilddieb sein Leben ließ.

Kirche

Pfarrer Johannes Hold fand zu Beginn seiner Dienstzeit in Hombressen im Jahre 1712 eine alte, baufällige und für die damalige Kirchengemeinde zu kleine Kirche vor. Doch für einen Neubau fehlte das Geld. Deshalb schrieb der Pfarrer eine Bittschrift an den damaligen Landgrafen, Landgraf Karl. Eine vom Landgrafen bewilligte Kollekte erbrachte immerhin 933 Reichstaler.

Nachdem das Osterfest 1718 noch in der alten Kirche gefeiert worden war, wurde diese abgerissen und mit dem Neubau begonnen. Als Datum der Fertigstellung gilt der 7. August 1733. An diesem Tag berichtete Pfarrer Hold über den Kirchbau und schloss den Bericht mit einem Weihespruch ab.

Die Fertigstellung des Turms erfolgte jedoch erst sehr viel später - im Jahr 1753. Bis dahin war dieser Teil des Bauwerks aus „Mangel des Geldes mit Bredtern bedeckt worden“.

Literatur

Ortsansichten

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Politik

Sehenswürdigkeiten

Die Friedenseiche bei Hombressen

Sehenswürdigkeiten am Ort

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Denkmal an der Kirche

Spitzname

Der Spitzname der Hombresser ist "Wilddeewe" (Wilddiebe - siehe dazu auch den Artikel zu Strufus).

Vereine und Verbände

Freiwillige Feuerwehr

Sport

Weitere Vereine

SPD-Ortsverein

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) - Ortsvereine in Hofgeismar
SPD

Hofgeismar | Carlsdorf | Hombressen | Hümme | Schöneberg


Wandern

Etappe 25 des Märchenlandwegs verläuft von Hofgeismar über Schöneberg, Carlsdorf und Hombressen zur Sababurg im Reinhardswald.

Weblinks

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