Landesbibliothek

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Die Landesbibliothek geht auf die 1580 von Landgraf Wilhelm IV. gegründete Hofbibliothek zurück. Seit 1957 ist sie mit der Murhardschen Bibliothek in dem Gebäude am Brüder-Grimm-Platz vereint. Seit knapp 30 Jahren sind beide Bibliotheken Teil der Universitätsbibliothek Kassel. Im Jahr 2010 wurde sie 430 Jahre alt.

Austellungsstücke

Die mit Miniaturen versehenen Handschriften und die frühen Drucke bilden das kulturhistorische Zentrum der Landesbibliothek. Der begehbare Handschriftentresor vereint Kostbarkeiten der frühen deutschen Literatur: Das „Hildebrandlied“ aus dem 9. Jahrhundert etwa oder Wolfram von Eschenbachs „Willehalm“ von 1334.

Die Handschriften und wertvollen Drucke überdauerten die Zerstörung Kassels am 22. Oktober 1943, weil sie sich im Zwehrenturm befanden. Während bei dem ersten großen Bombenangriff im Jahr 1941 sieben Achtel der Buchbestände im Fridericianum Opfer des Brandes wurden, konnten die Handschriften, Musikalien und die Grimm-Erinnerungen weit gehend gerettet werden. Zum Glück konnten die größten Teile zur hessischen Geschichte durch Stiftungen und Zukäufe im Laufe der Jahre fast auf die alte Bestandshöhe gebracht werden.

Geschichte

Die Bibliothek war 1779 in das soeben erbaute Museum Fridericianum eingezogen. Nach der Errichtung des Landesmuseums am Grimm-Platz konnte sich die Landesbibliothek im gesamten Fridericianum ausbreiten. Bei Beginn des Zweiten Weltkrieges verfügte sie über 400 000 Bände mit den Schwerpunkten (hessische) Geschichte, Philologie, Archäologie und Kunstgeschichte. Vor allem musste jede Publikation aufgenommen werden, die sich auf Hessen und die Region bezog.

Den entscheidenden Wechsel von der durch Zufälle bestimmten Hofbibliothek zur öffentlichen Bücherei, die auch das bürgerliche Publikum einbezieht, vollzogen die Brüder Grimm, als sie zwischen 1814/16 und 1829 in Kassel Bibliothekare waren. Sie führten die systematische Katalogisierung fort, ergänzten Bestände und erwarben auch solche Bücher (Nachschlagewerke), die dem Bürgertum den Zugang zum gespeicherten Wissen erleichterten.

Trotzdem galt die Landesbibliothek als eine feudalistische Einrichtung. Deshalb verfügten die fortschrittlichen und demokratischen Brüder Murhard (Karl und Friedrich) in ihrem Testament, dass mithilfe ihres Vermögens eine bürgerliche Bibliothek aufgebaut werden sollte. Genau vor 100 Jahren wurde der Bibliotheksbau für die Murhardsche fertig. Ihre Sammlung konzentrierte sich auf die Staats- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Pädagogik. Im Groben gilt dieser Sammelauftrag bis heute, obwohl die Konkurrenzbibliotheken vereinigt sind. Auch die Murhardsche erlitt herbe Verluste im Krieg, 60 Prozent der 220.000 Bände gingen verloren.

Aber mit dem Kriegsende waren die Nöte nicht überstanden. Denn in den Depots, in die die Landesbibliothek ausgelagert worden war, ging vieles verloren. Heute verfügt die vereinigte Landes- und Murhardbibliothek über 440.000 Bände.

Sie ist eingebunden in das Netz der historischen deutschen Bibliotheken, die einen gemeinsamen Online-Katalog für Handschriften erarbeiten und Faksimiles ins Netz stellen.

Öffnungszeiten

Montags, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr.

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