Liebenau

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Liebenau
An der Kirche in Liebenau
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 176
Fläche: 48,87 qkm
Einwohner: ca. 3.550
Postleitzahl: 34396
Vorwahl: 05676
Kfz-Kennzeichen: KS
Stadtverwaltung: Kirchplatz 6
Website: www.stadt-liebenau.de
Bürgermeister: Peter Lange (parteilos)

Liebenau ist mit eine kleine nordhessische Stadt an der Diemel. Sie liegt im Landkreis Kassel und hat etwa 3.447 Einwohner.

Bei Liebenau mündet die Warme in die Diemel.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gemarkung und Lage

Das Diemeltal stellt die Grenzregion zum benachbarten Westfalen dar. Auf westfälischer Seite grenzt die Warburger Börde direkt an und bietet mit seinen fruchtbaren Lößböden ein echtes Kontrastprogramm zum engen Tal der Diemel und den zum Teil sehr steil ausgeprägten, kargen Talhängen.

Die Diemel als prägendes und namengebendes Element entspringt bei Usseln oberhalb des Diemelsee und fließt dann auf einer Laufstrecke von über 115 km an Marsberg, Warburg, Liebenau und Trendelburg vorbei nach Bad Karlshafen, wo sie in die Weser mündet.

Obwohl der Lauf nicht besonders lang ist, passiert der Fluß unterschiedliche geologische Formationen.

Im Bereich der Quelle bis Westheim hat sich der Fluß in den harten Gestein des Karbon und Perm eingeschnitten. Im Bereich um Marsberg verläuft der dagegen im Muschelkalk um dann zwischen Westheim und Scherfede die Buntsandsteinbarriere der Egge zu durchbrechen. Von dort bis nach Bad Karlshafen durchschneidet die Diemel erneut die Muschelkalkplatten des Trias und hat v. a. zwischen Warburg und Eberschütz markante Steilhangbereiche und Felspartien herausgearbeitet.

Die Talhänge werden zum großen Teil von Wacholderheiden und Magerrasen bedeckt. Als Relikte der traditionellen Kulturlandschaft und Zentren des Artenreichtums stellen sie die wirklichen Kleinodien des mittleren und unteren Diemeltals dar. Aber auch die kleinen verträumten Dörfer und lieblichen Fachwerkstädte tragen wesentlich zum Reiz dieser Landschaft bei. Ganz zu schweigen von der Diemel selbst, die insbesondere im Bereich zwischen Eberschütz bis Bad Karlshafen in zahlreichen Mäandern die Auelandschaft maßgeblich prägt.

Die Diemel und die Warme, in die der Ruhrbach und der Alsterbach einmünden, prägen die waldreiche Landschaft rund um Liebenau mit fruchtbaren Flusstälern, die mancherorts von steil ansteigenden Kalkfelsklippen begrenzt werden.

Blick auf Liebenau

Stadtteile

Verkehrsanbindung

Der Bahnhof in Liebenau liegt heute an der RegioTram-Strecke Kassel - Warburg. Seit dem 8. Mai 2005 sind die neuen RegioTram-Fahrzeuge im regulären Fahrplanbetrieb des Nordhessischen Verkehrsverbundes auf dieser Strecke im Einsatz.

Geschichte

Aus der Geschichte von Liebenau

Herrenhaus in Liebenau

Bodenfunde belegen eine Besiedelung seit der Jungsteinzeit. Liebenau selbst wurde im Jahre 1293 als "castrum Lybenowe" erstmals urkundlich erwähnt.

Die zunächst errichtete Großburg diente offenbar in erster Linie dem Schutz des ausgedehnten Landbesitzes von Stadtgründer Hermann von Spiegel. An der Diemelfurt beginnt ab dem Jahre 1290 der Aufbau einer neuen Stadt, in die bald auch die Dorfbewohner umliegender mittelalterlicher Orte wie "Niederzwergen" oder "Rotmershausen" übersiedeln.

Häufig war das Grenzgebiet Schauplatz für Kriege zwischen dem Bischof von Paderborn und dem Landgrafen von Hessen. Die ehemalige Wasserburg (erbaut um 1293) aber auch große Teile der Stadt wurden Mitte des 15. Jahrhunderts im Krieg zwischen dem Hochstift Paderborn und Landgraf Ludwig II. zerstört und die Stadt im Friedensschluss von 1467 an Hessen abgetreten. Burg und Stadt befanden sich zuvor im Besitz der Herren von Desenberg, von Löwenstein-Westerburg oder von Pappenheim.

Später entstand ein Gutshof mit Herrenhaus in der Burggasse auf den Resten der ehemaligen Wasserburg.

Nach einer Eintragung im Meyerschen Konversationslexikon (Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892) gab es in dem Städtchen an der damaligen Eisenbahnlinie Schwerte – Kassel der Preußischen Staatsbahn im Jahre 1885 eine große Molkerei, eine Kalkbrennerei und 660 meist evangelische Einwohner.

Innerhalb der Kernstadt prägen heute restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 17. bis 19. Jahrhundert das Bild und es sind noch Reste der alten Stadtmauer zu finden.

Eingang zur Kirche

Die Kirche von Liebenau

Die evangelische Kirche des Städtchens wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts nach einem Krieg zwischen dem Hochstift Paderborn und Landgraf Ludwig II. wiederhergestellt, wobei ein früherer Kirchbau bereits zur Zeit der Stadtgründung belegt ist.

Die Kirche war vermutlich dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht. Sie wurde im 13. Jahrhundert mit einem mächtigen frühgotischen Chorturm ausgestattet.

In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche – ebenso wie viele Häuser der Stadt – beschädigt und geplündert.

Ihre heutige Form erhielt sie in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als sie in barocker Form und mit nunmehr barocker Turmhaube umgebaut wurde.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die sehenswerten Wandmalereien, aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, im Innern der Kirche wieder freigelegt.

Literatur

  • Kreis Hofgeismar: Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/Lahn 1966, S. 163 ff.
  • Heinrich Wolf, Liebenau – Von der Gründung bis zur Übernahme in die Landgrafschaft Hessen, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 86 ff.


Glühbirnen im Lexikon

Herbold von Pappenheim erzählte zum letzten Mal Geschichte und Geschichten über Liebenau

(in der HNA vom 11. Juli 2007):

Liebenau. Das Interesse an dem pikantesten Detail in der Familiengeschichte derer von Pappenheim war zu erwarten. Ob denn die schöne Diana (1788-1844), die Ehefrau des Wilhelm Rabe von Pappenheim und Geliebte des Königs von Westfalen Jérôme Bonaparte, eine Verwandte sei, so die Frage. "Sie war meine Ur-Urgroßmutter und sie hatte zwei Töchter mit Jerôme", sagte Herbold Rabe von Pappenheim, der mehr als 30 Menschen durch die Stadt führte, die sich für die Geschichte Liebenaus interessieren. ...

Der Name Rabe von Pappenheim und die Geschichte der Stadt Liebenau seien eng verbunden, erfuhren die Zuhörer vor der Kulisse des Herrenhauses. Veranschaulicht durch Kopien historischer Stiche und für die spätere Zeit mit Fotos dokumentiert, erzählte der Gutsherr aus der Geschichte einer Stadt, die 1293 erstmals erwähnt wurde, 100 Jahre später in den Mitbesitz derer von Pappenheim gelangte und mehrmals während kriegerischer Auseinandersetzungen zerstört oder stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vorbei an den wenigen erhaltenen Resten der Stadtmauer, deren andere Steine heute als Bestandteil später erbauter Gebäude zu sehen sind, der alten Schule, die ursprünglich ein kaiserliches Postamt war und der Albrechtschen Hofreite, die heute Standort des städtischen Bauhofs ist, führte der Weg durch enge Straßen mit den, bis auf wenige Ausnahmen, typisch kleinen Fachwerkhäusern einer ehemaligen Leineweberstadt.

Drei Glühbirnen verschafften Liebenau Ende des 19. Jahrhunderts einen Eintrag in Meyers Konversationslexikon; als erste Stadt des Landes mit elektrischer Straßenbeleuchtung, erfuhren die Spaziergänger durch das historisch geprägte Straßenbild. Der Strom, der die Glühbirnen speiste, kam aus der Mühlenturbine, auf deren Gelände heute das Schuhhaus Sprecher steht.

Der Rundgang endete in der Kirche, die erstmals 1294 urkundlich erwähnt wurde und vermutlich Johannes dem Täufer gewidmet war. Zwei mal, 1533 und 1637, wurde sie der Überlieferung nach verwüstet. ... (ziv)

Neues Rathaus

Anfang Februar 2010 wurde das neue Rathaus der Stadt am Lacheweg bezogen. Einstimmig hatten die Liebenauer Stadtverordneten im Februar 2008 für den Neubau des Rathauses statt Umbau und Sanierung des alten Rathauses gestimmt. Zu den Kosten in Höhe von etwa 850 000 Euro für den Neubau kommen die Kosten für die parkähnlichen Außenanlagen hinzu.

Museum Haus Reining in Lamerden

Zu einem Treffpunkt und zur Tagungsstätte für Touristen, Mineralogen und Geologen soll das Museum „Haus Reining“ im Ortsteil Lamerden werden.

Neben landwirtschaftlichem Arbeitsgerät und dorfgeschichtlichen Dokumenten gehören zur Sammlung in dem 1631 erbauten Längsdielenhaus die Fossilien-Funde aus dem Lamerder Kalksteinwerk, die einzigartig im Diemeltal sind.

Ihren Ursprung haben die Gesteinsablagerungen vor etwa 240 Millionen Jahren, als das Meer aus subtropisch-warmem Klima bis in das damalige Germanische Becken vordrang. Dieses Meer war mit einer Vielzahl von Lebewesen bevölkert, so dass man heute zum Beispiel Muscheln, Schnecken oder Seelilien in versteinerter Form im Kalksteinwerk Lamerden vorfindet.

Persönlichkeiten

Politik

ehem. Stadtverwaltung

Bürgermeister

Bürgermeister von Liebenau ist Peter Lange.

Gemeindeparlament

Stadtverordnetenversammlung:
Ergebnis der Kommunalwahl 2006
% Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 7,9 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 34,3 8
FWG Freie Wählergemeinschaft Liebenau 57,8 13


Radwege

Diemel-Radweg

Mit dem Fahrrad über den Diemel-Radweg mit Start in Willingen über Usseln, Diemelsee, Marsberg, Diemelstadt, Warburg, Liebenau nach Trendelburg, ab dort auf dem Fahrradweg bis Karlshafen entlang der Diemel.

siehe auch

"Kaiserliches Postamt"

Vereine und Verbände

Freiwillige Feuerwehr

  • Freiwillige Feuerwehr Ersen
  • Freiwillige Feuerwehr Haueda
  • Freiwillige Feuerwehr Lamerden
  • Freiwillige Feuerwehr Liebenau
  • Freiwiliige Feuerwehr Niedermeiser
  • Freiwillige Feuerwehr Ostheim
  • Freiwillige Feuerwehr Zwergen

siehe auch:

Sport

Parteien

SPD Ortsverein in der Stadt Liebenau

SPD

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Weblinks


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