Marmorbad

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Marmorbad

Im heutigen Staatspark Karlsaue im Zentrum Kassels, ließ Landgraf Karl auf der Westseite der Orangerie (erbaut 1702 bis 1710) in den Jahren 1722 bis 1728 den ersten von zwei Pavillons, das Marmorbad errichten. Auf der östlichen Seite wurde später nach den Plänen von Simon Louis du Ry 1765 - 1770 der Küchenpavillon erbaut.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der Begriff "-bad" ist irreführend, da das Gebäude von Anfang an nicht als Bad, sondern für repräsentative Zwecke als üppiger Rahmen für Reliefs und Statuen gedacht war.

Geschichte

Das mit seiner prunkvollen Ausstattung vollständig restaurierte Marmorbad -quadratischer Grundriss, achteckig ausgestaltet, im Zentrum durch Treppenstufen als Becken vertieft, ist ein herausragendes Werk spät-barocker Raumkunst und Meisterwerk des seinerzeit bedeutenden Bildhauers Pierre Etienne Monnot (1657-1733), der die Bildwerke zuerst in Rom (1692-1720) und danach direkt in Kassel (1722-1728) schuf.

Nach der totalen Zerstörung des Orangerieschlosses im Zweiten Weltkrieg ist das Marmorbad der einzige Gebäudeteil auf diesem Areal mit einer originalen Einrichtung aus der Frühzeit des 18. Jahrhunderts.

Motive

Marmorbad und Orangerie

"Als das Marmorbad im Juni 1729 anlässlich eines Besuchs des Kurfürsten von Hannover und englischen Königs Georgs II. eröffnet wurde, hatten Landgraf Karl und sein Gast am Vormittag die Wasserkünste besucht, eine Truppenparade abgenommen, waren dann über eine extra errichtete Brücke über die Kleine Fulda geschritten und durch die Aue Richtung Marmorbad lustgewandelt.

Nicht als Badehaus im profanen Sinne muss man sich das Marmorbad denken, sondern als die gebaute Vorstellung eines Prunkbades.

Nicht auf Badende streute Aurora von dem damals vorhandenen Deckengemälde Blumen herab, sondern auf Tafelnde, die den Klängen der Musiker lauschten, die hinter der krönenden Kuppel verborgen spielten."


Prachtvolle polierte Wandvertäfelungen aus verschiedenfarbigem Marmor sowie Skulpturen und Reliefs aus weißem Carrara-Marmor, die tragische Liebesgeschichten aus den Metamorphosen des Ovid darstellen, verwöhnten zudem die Sinne.


Das "Bildprogramm", das in weißem und farbigen Marmor ausgeführt ist, enthält (vom Eingang rechts beginnend) folgende Motive:

Zwischen den Arkadensäulen des Badebeckens stehen die Statuen von Bacchus, Apollo (Marsyas quälend), Minerva, tanzende Bacchantin. In der Kuppel findet sich zudem ein Deckengemälde, auf der Aurora zu sehen ist.

Besichtigung

Es kann vom 1. April bis 3. Oktober (Dienstag bis Sonntag) von 10-17 Uhr und nur im Rahmen der stündlichen Führungen besichtigt werden.

Kontakt: Marmorbad, An der Karlsaue 20, 34121 Kassel, Tel.:(0049)(0)561 31680-625, Fax:(0049)(0)561 31680-626

Weblinks und Quellen


Museen in Kassel

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