Meimbressen

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Die Kirche in Meimbressen

Meimbressen ist ein Ortsteil von Calden im Landkreis Kassel mit etwa 1000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort befindet sich nordwestlich von Kassel im Tal der Nebelbeeke an der Strasse von Ahnatal über Fürstenwald, Ehrsten, Meimbressen und Westuffeln nach Obermeiser.

Geschichte

Meimbressen wird zu den ältesten Dörfern in Hessen gezählt und bereits im 10. Jahrhundert erwähnt. Im Jahre 2006 beging man in Meimbressen das 1100-jährige Jubliäum.

Der Name des Dorfs wird von Lehensherren des ehemaligen Erzbistums Mainz hergeleitet, den Herren von Meinbrachtessen (auch Meinbrechtessen, Meynbrechtessen, Meynbrechtsen oder Meymeressin).

Im Mittelalter war Meimbressen lange Zeit ein "Gudenbergsches Dorf". 1534 starb die Familie derer von Gudenberg, die zusammen mit den Wölffen von Gudenberg Mitlehnsbesitzer des Dorfes waren, aus. Über Jahrhunderte hinweg war dann die Dorfgeschichte mit der Geschichte des Grundherrengeschlechts Wolff von Gudenberg verbunden. In einer Erbauseinandersetzung mit dem Geschlecht von der Malsburg im 16. Jahrhundert verloren die Gudensberger unter anderem das Wasserschloss Elmarshausen; ein Zweig der Familie lebte seither in Meimbressen.

Der Junkershof in Meimbressen (Schäferbreite 9) präsentiert sich als Adelssitz ebenso aber als großbäuerliche Hofanlage (mit Wirtschaftstrakt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts). Er ist bereits im 13. Jahrhundert belegt. Die ehemalige Wasserburg (mit verfülltem Wassergraben) entstand im 17./ 18. Jahrhundert neu als Herrenhaus mit Bruchsteinunterbau und Fachwerkobergeschossen und verfügt über einen kleinen runden Turm mit Schiessscharten am Tor.

Die romanische Wehrkirche des Dorfs steht an einem steilen Berghang, an den sich das alte Dorf anschmiegt. Im Jahre 1794 wurde die ursprünglich romanische Wehrkirche umgebaut, wobei auch die Fenster und das Eingangsportal der Kirche geändert wurden. Die Zahl der Einwohner hatte im Verlaufe des 18. Jahrhunderts ständig zugenommen; 1773 wurden bereits 362 Dorfbewohner gezählt.

In der Nähe der romanischen Dorfkirche liegt der jüdische Friedhof. Er erinnert an die ehemalige jüdische Gemeinde. Seit dem 14. Jahrhundert lebten Juden in Meimbressen. Auf dem Friedhof stammen die ältesten Grabsteine aus der Zeit um 1700, die letzte Bestattung fand 1938 statt. Im 19. Jahrhundert entstand eine Synagoge der jüdischen Gemeinde am Ort, die am 5. November 1842 eingeweiht wurde. Im Jahre 1988 wurde ein Gedenkstein für die ehemalige Synagoge aufgestellt, deren Innenraum beim Novemberpogrom 1938 vollständig zerstört worden war.

Neue Siedlungsbereiche haben das Dorf in den vergangenen 60 Jahren stark erweitert. Seit der hessischen Gebietreform zu Beginn der 1970-er Jahre ist Meimbressen ein Ortsteil der Großgemeinde Calden und gehört zum Landkreis Kassel.

siehe auch:

Kirche

Die romanische Wehrkirche, die 1794 umgebaut wurde, steht an einem steilen Berghang, an den sich das alte Dorf anschmiegt.

Kulturwege

Die Kulturwege Calden ranken sich jeweils um ein Thema, das die Geschichte und das Leben der Menschen in Calden und den Ortsteilen beeinflusst hat. Auf Informationstafeln am Wegesrand gibt es Erläuterungen zur Geschichte.

Literatur

siehe auch

Vereine

Weblinks

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