Reinhardshagen

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Reinhardshagen
Veckerhagen-Rathaus.jpg
Reinhardshagen - Rathaus
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 159 - 472
Fläche: 12,99 qkm
Einwohner: 4.795 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34359
Vorwahl: 05544
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Amtsstr. 10
34359 Reinhardshagen
Website: www.reinhardshagen.de
Bürgermeister: Fred Dettmar (UWG)

Der Luftkurort Reinhardshagen an der Weser ist eine Gemeinde im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 5.300 Einwohnern.

Namensgeber ist der benachbarte Reinhardswald.

Aktuelle Ansichten gibt es über eine Webcam:

Inhaltsverzeichnis

Gemeindegliederung

Ortsteile von Reinhardshagen sind Vaake und Veckerhagen.

Vaake liegt etwa 9 km nördlich von Hann. Münden am linken Ufer der Weser.

Veckerhagen liegt etwa 12 km nördlich von Hann. Münden, ebenfalls am linken Ufer der Weser.

Der Ort ist wegen seiner Lage im Wesertal und der beschaulichen Gierseilfähre zum auf der anderen Seite der Weser gelegenen Hemeln ein beliebtes Ausflugsziel.

Geografie

Die Gemeinde Reinhardshagen liegt mit ihren beiden Ortsteilen in einem Tal am linken Ufer der Weser zwischen Reinhardswald und Bramwald.

Im Norden von Reinhardshagen liegen die Wesergemeinden Oberweser und Wahlsburg sowie die Stadt Bad Karlshafen, südlich von Reinhardshagen liegt die Stadt Hann. Münden.

Die Weser bildet hier die Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen.

Das Gemeindegebiet umfasst 1.298 Hektar und reicht von der Weser bis zu den höchsten Erhebungen im benachbarten Reinhardswald, dem Staufenberg und dem Gahrenberg mit jeweils 472 m Höhe.

Weserabwärts erstreckt sich das Gemeindegebiet bis zur ehemaligen Jugendherberge und weseraufwärts bis zur südlichen Ortsgrenze von Vaake.

In Veckerhagen mündet der Hemelbach in die Weser, in Vaake die Ahle, die beide im Reinhardswald entspringen.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

In einer Sammlung von Aufzeichnungen aus dem Kloster Corvey, wird zwischen 822 bis 891 bereits ein Ort mit dem Namen Faca oder Fata erwähnt. Jedenfalls wurde das Dorf Vaake bereits vor dem Jahr 978 gegründet und in einer alten Urkunde aus dem Jahr 1247 im Zusammenhang mit einem Ludolph von Ukken erwähnt.

Später wird auch der Ort in einer Urkunde aus dem Jahr 1273 mit dem Namen Ukken genannt. Der Name des Fischerdorfs leitet sich offenbar von den früher in der Weser ausgelegten Fanggeflechten (Vachen) ab.

Veckerhagen wurde im Jahre 1297 erstmals urkundlich als Feckershagen erwähnt. Ein umfriedeter Hof war ursprünglich offenbar im Besitz der Ritter von Feker, die den Hagen unter der Lehnsherrschaft der Edelherren von Schöneberg angelegt hatten.

Seit dem Jahre 1342 gehört der Ort zur Landgrafschaft Hessen.

Vaake

Fachwerkhäuser in Vaake

Der Ortsteil Vaake wurde bereits vor dem Jahr 978 als Fischerdorf gegründet.

Im Jahre 1304 beurkundete der Edelherr Konrad von Schöneberg, dass Vaake zum Kloster Hilwartshausen gehöre. Gut ein Jahrhundert später im Mai 1455 wird das Dorf bei einer kriegerischen Fehde zwischen dem Erzbischof von Köln und dem hessischen Landgraf Opfer eines Brandes bevor es dann im Jahre 1538 zum Herrschaftsbereich des Landgrafen von Hessen gehört, der dafür im Tausch mit dem Herzog von Braunschweig seine Hoheitsrechte über das Dorf Hemeln aufgibt.

Erhalten geblieben ist die evangelische Kirche aus dem 14. Jahrhundert mit wuchtigem Wehrturm, wobei der Ostchor der Kirche sogar bis in das letzte Drittel des 13. Jahrhunderts zurückreichen soll.

Unter hessischer Herrschaft entstand in den Jahre 1581 - 1583 am Ort für kurze Zeit eine Eisenhütte. Die ehemalige landgräfliche Eisenhütte wurde zunächst in Vaake im Jahre 1581 gegründet, bevor sie dann im heutigen Ortsteil Veckerhagen entstand.

Sehr viel länger wurde im nahegelegenen Forstbetrieb Gahrenberg (von 1642 bis 1970) Braunkohlenbergbau betrieben.

Veckerhagen

Die ev. Kirche in Veckerhagen
Weserfähre Veckerhagen - Hemeln bei der "Weserbeleuchtung"

Der vermutlich schon Mitte des 13. Jahrhunderts gegründete Ort Veckerhagen war über fast 300 Jahre hinweg ein Hauptsitz der landgräflichen und später kurhessischen Eisenindustrie.

Die Erze für die Eisenhütte kamen vorzugsweise aus den Hohenkirchener Erzgruben. Erst 1903 wurde der Betrieb eingestellt. Neben Kanonenkugeln und Kanonenrohren wurden in Veckerhagen auch eiserne Öfen, Töpfe oder Wasserleitungen hergestellt.

Auf dem Wasserwege wurden die Waren ausgeliefert. Dazu gehörten auch die Veckerhäger Öfen, die in der 1666 gegründeten Kurhessischen Eisenhütte gegossen wurden und von dort aus mit dem Schiff zunächst nach Bremen und von dort zu Kunden beispielsweise in Skandinavien transportiert wurden.

Um das Stapelrecht von Hann. Münden zu umgehen, baute man 1673 in Veckerhagen Stapelhäuser für die auf der Weser ankommenden Waren, die ab hier auf dem Landweg nach Kassel transportiert wurden.

Die evangelische Kirche in Veckerhagen wurde im Jahre 1778 erbaut, wobei die benötigten Steine in Hand- und Spanndiensten von den Bewohnern aus dem sogenannten Kirchsteinbruch im Reinhardswald geholt wurden.

Es entstand ein Saalbau an der gleichen Stelle, an der zuvor eine kleinere Holzkirche gestanden hatte. Noch im Jahre 1763 hatte man in dieser älteren Kirche zum Ende des Siebenjährigen Krieges einen feierlichen Dankgottesdienst abgehalten.

Im nahegelegenen Forstbetrieb Gahrenberg wurde bis 1970 Braunkohlenbergbau (mit Schrägstollen) betrieben. Die Kohle diente auch als Färbemittel für die Farbenfabrik in Veckerhagen.

Die am Reinhardswald gelegene Gemeinde Reinhardshagen entstand 1971 im Zuge der hessischen Gebietsreform aus den beiden Orten Vaake und Veckerhagen.

Gierseilfähre

Der Ortsteil Veckerhagen ist über eine Gierseilfähre mit dem auf der anderen Seite der Weser gelegenen Hemeln am Fusse des Bramwalds verbunden.

Seit inzwischen 666 Jahren hieß es in einem Artikel in HNA-online am 10.1.2008 werden inzwischen mit der Fähre Menschen, Güter und Tiere (heute allerdings vorwiegend Autos) von einem Ufer der Weser zum anderen befördert.

Kirchen

Reinhardshagen - am Bramwald und am Reinhardswald

Kunst und Kultur

Literatur

Persönlichkeiten

Politik

Sitzverteilung Reinhardshagen.png

Bürgermeister

Für den langjährigen Bürgermeister von Reinhardshagen, Lothar Merkwirth endete im November 2008 seine 24-jährige Tätigkeit für die Gemeinde. Mit 35 Jahren wurde er zum ersten Mal zum Rathaus-Chef gewählt. Bei der Wahl im Jahre 2008 war Merkwirth nicht mehr angetreten. In seiner Amtszeit entstanden unter anderem die Wesertalhalle zwischen den beiden Ortsteilen Veckerhagen und Vaake und Kindergärten in beiden Ortsteilen.

Der Nachfolger von Lothar Merkwirth ist Fred Dettmar. Er wurde am 8. Juni mit 57,6 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister von Reinhardshagen gewählt und Anfang Dezember 2008 von der Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Gisela Stuparek, vereidigt.

Gemeindeparlament

Bei der Kommunalwahl 2011 erreichte die UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft Reinhardshagen) 56,1 % der abgegebenen Stimmen und 13 Sitze (2006: 48,0 %), vor der SPD mit 34,6 und 8 Sitzen (2006: 38,4 %) und der CDU mit 9,4% und 2 Sitzen (2006: 13,5 %).

Landrat

Landrat im Landkreis Kassel ist Uwe Schmidt, SPD.

Im Mai 2014 nominierte der Kreisvorstand der CDU im Landkreis Kassel Patrick Weilbach aus Baunatal als Landratskandidaten für die Wahl 2015.

Politische Parteien

Wahlkreise

Bundestag

Radwandern

Der Weser-Radweg verläuft aus Richtung Hann. Münden (Start) entlang der Weser bis nach Oberweser (25,0 km) und von dort weiter nach Lippoldsberg (30,0 km), Bodenfelde-Wahmbeck (35,0 km) und Bad Karlshafen (45,0 km).

Hier schliesst sich eine mehr als 400 km lange Strecke bis nach Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven an.

Sehenswürdigkeiten

Veckerhagen - ehem. landgräfliches Schloss
Veckerhagen - ehem. Eisenhütte
Ev. Kirche in Vaake

Sehenswürdigkeiten am Ort

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Stremmes Felsenkeller

In "Stremmes Felsenkeller", im Gemeindewald und neben dem verrohrten Mühlenbach gelegen, hatte einst der Wirt Jacob Stremme einen Ausschank. Der alte Versammlungsplatz wurde inzwischen reaktiviert und mit einer neuen Tisch- und Bankgruppe versehen, die der Fährbetrieb Reinhard Bolte spendete. [2]

siehe auch

Übernachtungsmöglichkeiten

Übersicht

Hotels/ Gasthäuser

Vereine

Brama-Statue am Weserufer in Veckerhagen

Sportvereine

VfL Veckerhagen

VfL Veckerhagen | Link

TSV Vaake

TSV Vaake | Link

Die Fußballer des TSV Vaake blickten im Jahre 2007 auf eine 75-jährige Geschichte zurück. In den 1960-er Jahren stellte der Verein zeitweilig die größte Jugendabteilung im Sportkreis Hofgeismar und engagierte sich beim Bau des Ahlesportplatzes in Vaake. Seit 1990 hat sich eine Spielgemeinschaft mit den Senioren des VfL gebildet.

Wandern

Auf den Spuren des Bergbaus

Der Wandertipp: Auf den Spuren des Bergbaus führt vom Ortsteil Veckerhagen zum Gahrenberg und zur ehemaligen Braunkohlenzeche Gahrenberg im Reinhardswald.

Weserberglandweg

Der Weserberglandweg führt als Wanderweg zum Beispiel durch das romantische, teils an eine Klamm erinnernde Lumbachtal bei Gieselwerder und folgt zickzackförmig dem Waldrand bei Reinhardshagen mit vielfältigen Ausblicken ins Wesertal. Nebenrouten für Tagesausflüge erschließen das Holzape- und Diemeltal, die Klosterkirche Lippoldsberg und das Donnebachtal wo auch ein Abstecher nach Beberbeck diskutiert wird.

Weitere Ansichten aus Reinhardshagen

Weserflößer

Im Jahre 2008 veranstalteten das „Büro am Fluss - Lebendige Weser e.V.“ und die „Flößerfreunde Reinhardshagen“ eine Floßfahrt auf der Weser von Reinhardshagen nach Bremen.

Damit wurde an das uralte Gewerbe der Weserflößer erinnert und eine historische Flusslandschaft neu entdeckt.

Gestartet wurde am 12. Juli 2008 in Veckerhagen.

Vierzehn Tage später wurde die Mannschaft um Floßführer Thomas Hiddersen in Reinhardshagen wieder begeistert empfangen. Über die Fähre von Hemeln nach Veckerhagen kehrten die Teilnehmer an der Floßfahrt bei strahlendem Sommerwetter zurück und wurden von den Oberwesermusikanten sowie zahlreichen Zuschauern am Ufer der Weser willkommen geheißen.

Weserbergland

Das Weserbergland ist ein Teil des Niedersächsischen Berglands in Südniedersachsen, Nordhessen und Nordrhein-Westfalen.

Zum Weserbergland gehört das Tal der Weser zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica, zu seinen Höhezüge gehören unter anderem der Bramwald, der Reinhardswald oder der Solling.

An die Schifffahrt auf der Oberweser werden bis heute aufgrund der geringen Wassertiefe besondere Anforderungen gestellt. Um auch bei niedrigem Wasserstand den Linienverkehr aufrecht erhalten zu können darf von den verkehrenden Personenschiffe zwischen Hann. Münden und Bad Karlshafen ein Tiefgang von 45 cm nicht überschritten werden.

Weser-Störche

Nach einem Jahrzehnt Eingewöhnung nicht über den Berg - Futter fehlt immer noch

Reinhardshagen. Jedes Jahr im April gibt es an der Weser einen kuriosen Wettstreit: Wer sieht die Störche als Erster? Seit sich 1998 erstmals seit Jahrzehnten wieder ein Storchenpaar ins Wesertal verirrte und sogar zu brüten begann, herrscht in der Gemeinde Reinhardshagen ein regelrechtes Storchenfieber, das immer mehr um sich greift.

... Die Aufmerksamkeit ist gerechtfertigt, denn die Tiere leben gefährlich - und das beschäftigt die gut 15 aktiven Storchenfreunde aus Reinhardshagen täglich. Zum einen müssen sie totgefahrene Kleintiere von der Bundesstraße sammeln, weil die Störche sich sonst auf Futtersuche selbst in Lebensgefahr begeben. Außerdem müssen die Störche ihr Nest und die Eier gegen andere Störche und zugewanderte Nilgänse verteidigen, was schon einige federsträubende Situationen bescherte.

... Auch wenn sich die Zahl längst etwas erholt hat (1988 gab es in Hessen keinen einzigen Storch, 1998 wurden 25 Brutpaare gezählt, jetzt sind es knapp 100) ist noch lange keine Entwarnung für die bedrohten Tiere angesagt. 2,5 Jungtiere müssen pro Nest und Jahr überleben, um den Erhalt der Art zu sichern.

... Dass sich Störche wieder im Wesertal niedergelassen haben, ist ein kleines Wunder - sie sind derzeit das einzige in einem Mittelgebirge brütende Storchenpaar. Wie lange das gut geht, ist offen. Denn auch bei Reinhardshagen geht die Industrialisierung der Landwirtschaft voran. Kleine Felder werden zu großen zusammengelegt, Gräben vertieft, Feldwege und Ackerrandstreifen, wo Mäuse als Storchenfutter leben können, werden weggepflügt, Hecken und Büsche verschwinden, monotone Maisfelder weiten sich aus. Tierfreundliche Landschaftspläne warten auf ihre Umsetzung. Die Reinhardshäger haben also noch viel zu tun für ihre Störche.

von Thomas Thiele

(aus: HNA-online vom 08.04.2008)

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Evangelische Kirchengemeinde mit Fotos von Kirche und Ort
  2. Informationen auf www.localbook.de

Weblinks



Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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