Welfen contra Ludowinger - Wer gründete die Stadt Münden? Ein geschichtlicher Diskurs

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Wer gründete die Stadt Münden ?

Die Historiker diskutierten im offiziellen Jubiläumsjahr weiter: Wer gründete die Stadt Münden - Herzog Heinrich oder Landgraf Ludwig?

Von Bettina Sangerhausen (Artikel aus der HNA - Mündener Allgemeine - vom 3.7.2008)

So stellte sich ein Maler 1836 den Herzog Heinrich, genannt Heinrich der Löwe vor.
Hier unterzeichnete Mündens Stadtpfarrer.

Hann. Münden. Die EM ist vorbei, aber ein Spiel ist immer noch in vollem Gange: Welfen contra Ludowinger. Die Löwen-Fans halten ihrem Herzog eisern die Treue, die Ludowinger-Anhänger bekommen Verstärkung. Der Unparteiische bescheinigt beiden Teams eine gute Kondition. Das Geschehen im Geschichts-Stadion bisher:

Heinrich und Ludwig haben sich für unterschiedliche Mannschaften entschieden. Der eine - Herzog Heinrich, genannt Heinrich der Löwe - weigert sich, dem Kaiser in Italien zu helfen. Friedrich I. hat dort gerade mal wieder einen Feldzug angetreten und bittet seinen Vetter Heinrich um Unterstützung. Der aber hat dazu keine Lust und verscherzt es sich gründlich mit der kaiserlichen Verwandtschaft. Der Löwe wird 1179 geächtet und muss 1182 in die Verbannung.

Der andere - Ludwig III., Landgraf von Thüringen, dessen Vorfahr auch in die Landgrafschaft Hessen eingeheiratet hatte - hält dem Kaiser die Treue und stellt in Heinrichs Abwesenheit 1183 just jene Urkunde aus, die heute die Basis bildet für die 825-Jahr-Feier der Stadt Münden - 1:0 für Ludwig.

Die Urkunde markiert aber nicht die Geburtststunde der Stadt. Also doch Abseits, sagen die Löwen-Verteidiger, denn die Stadt sei doch eigentlich schon viel älter. In der Löwen-Fankurve ist klar: Foul durch den Thüringer Ludwig. Der hat nur die Gunst der Stunde genutzt und sich 1183 im einstigen Gebiet Heinrichs breitgemacht, als ihm gerade keiner auf die Finger klopfen konnte. Heinrich war ja durch den Kaiser vom Platz gestellt.

Nur, wer sich neu Macht aneigne, sorge dafür, dass er als Herrscher mit Brief und Siegel deutlich in Erscheinung trittt. So sehen es die Vorstandsmitglieder des Sydekumvereins, halten die Flagge des welfischen Löwen hoch und zählen noch weitere, ähnliche Urkunden aus jener Zeit auf, in denen Ludwig III. seinen Anspruch auf die Herrschaft im Dreiflüsseland klar macht. Heinrich der Löwe, so ihre Argumente weiter, hatte hier schon lange vorher das Sagen. Also hat er die Stadt gegründet, die Ludwig dann erfreut vorfand.

Da flankt frech ein Neuer von der Seite in den sicher geglaubten Strafraum der Welfen: Diese Urkunde, die Grund dafür ist, dass Münden dieses Jahr Stadtjubläum feiert, ist doch gar nicht eindeutig, sagt Wolfgang-Dietrich Nück. Nur so ein Stadtpfarrer macht noch keine Stadt - wo sind denn die anderen Honoratioren ? Ihre Unterschriften fehlen auf jenem Schriftstück. Also kann zu dem Zeitpunkt diese ganze Stadtgeschichte bestenfalls ihren Anfang genommen haben. Abgesehen davon: Kaiser Friedrich hätte gar nicht geduldet, dass vor 1183 aus Münden eine Stadt wird. Denn: Eine Stadt an diesem strategisch wichtigen Punkt - Kontrolle über die Schifffahrt, Zölle - hätte dem Stadtherren viel Macht beschert. Das hätte zwangsläufig Ärger gegeben zwischen Ludwig und Heinrich und vorläufig brauchte Friedrich beide als Verbündete. Außerdem, pflichten ihm andere Ludowinger-Fans bei, habe Ludwig die Verfügung über den Reichsforst gehabt und habe so überhaupt erst die Stadt gründen können.

Doch jetzt kommen Pfiffe aus dem Lager der Löwen-Anhänger: Nicht die Stadt gehörte zum Wald, sondern umgekehrt. Und überhaupt: Wie weit reichte denn der Kaufunger Wald ? Bis ins Flussdelta jedenfalls nicht, weiß Dr. Helmuth Freist, Vorstandsmitglied im Geschichtsverein Sydekum und früher der Leiter des Forstamtes Bramwald. Schon der römische Geschichtsschreiber Tacitus habe um Christi Geburt von einer Weidelandschaft dort gesprochen. Bis zum Hohen Mittelalter sei der Wald noch viel weiter zurückgedrängt worden. Zur Zeit der Stadtgründung sei das Mündener Gebiet eine dicht besiedelte Kulturlandschaft gewesen. Dort machte längst Heinrich das Spiel, verteidigen die Löwen-Fans weiter.

Die Situation ist an dieser Stelle etwas unübersichtlich: Wie die Northeimer Grafen den Ball - die Herrschaft über Mündener Gebiet - an Herzog Heinrich abgaben, hat keiner so genau gesehen. Dass das welfische Team gut dabei war allerdings ist mehrfach belegt. Heinrich hatte auch den Ludowingischen Gegner, den der Kaiser auf ihn angesetzt hatte, für eine Zeit gekonnt ausmanövriert: Er nahm Ludwig III. gefangen und ließ ihn erst 1181 wieder frei.

Ganz genau. Und dann machte sich Ludwig umgehend daran, aus Münden eine Stadt zu machen, sagt Nück. Belege für städtisches Treiben gebe es erst ab 1186. Der älteste, genau datierbare archäologische Befund - Eichen eines Bohlenweges - stamme aus dem Jahr 1187. Der Marktplatz, ein äußeres Zeichen für eine städtische Siedlung, und seine Abfälle stammten aus den Jahren 1200 bis 1250.

Die Löwen, weit davon entfernt, zu ermüden, bringen altbewährte Spieler aufs Feld: Im Niedersachsen-Lexikon ist von einer planmäßigen Stadtanlage durch Heinrich den Löwen um 1170 bis 1175 die Rede. Eine ganze Reihe von Gelehrten von 1925 bis heute stützen das Welfen-Team.

Doch auch die Ludowinger werden nicht müde, geübte Geschichtsdribbler einzuwechseln. Das Spiel ist noch nicht entschieden. Es geht in die Verlängerung.

Die Welfen-Verteidiger gehen siegessischer in die Verlängerung

Martin Czichelski, Ortsheimatpfleger der Stadt Hann. Münden und Autor zweier Geschichtsbücher über die Stadt, geht prompt in die Verlängerung:

"Die Ludowinger haben das Spiel nie richtig verstanden. Sie haben keine Fakten, kein System, keine Taktik und kein Ziel.

Die Welfenmannschaft dagegen hat Substanz, Kraft, beherrscht die Spielregeln, führt den Ball und verfügt über ein gutes Management. Tooor! Wenn Münden, auch bisher von den Ludowinger Fans nicht bestritten, im Jahr 1183 schon Stadt war, Landgraf Ludwig III. aber erst zu dieser Zeit in Münden auftreten konnte, war die Stadt schon vorher gegründet worden. Der Ludowinger bekam die Rechte im April 1180 auf dem Reichsfürstentag in Gelnhausen und konnte sie erst später wahrnehmen und seine neue Macht demonstrieren. Im Kampf nahm der Welfe die Ludowinger im April 1180 nach der Entscheidung von Gelnhausen (Landgraf Ludwig III., seinen Bruder Hermann und etwa 500 ihrer Ritter) in ihrem eigenen Land gefangen. Ludwig kam erst im Sommer 1181 durch eigene Entscheidung des Löwen wieder frei. Die Welfen hatten schon vor 1180 im Mündener Gebiet eine starke Stellung, sagt auch Dr. Peter Aufgebauer neben vielen anderen. Alle historischen Atlanten für dieses Gebiet, aus Hessen, Westfalen und Niedersachsen, stimmen darin überein. Gerade der hess. Atlas reklamiert nicht das Gebiet des nördlichen Kaufunger Waldes, insbesondere das Mündener Gebiet, für Hessen.

Die Entstehung einer Stadt ist nach den anerkannten Merkmalen ein Willensakt. Es wird das Marktrecht verliehen, gar das Stadtrecht, es wird eine Mauer gebaut und ein Rat bestimmt. Dazu kommen weitere Maßnahmen.

Münden ist anerkanntermaßen nach Plan gegründet und angelegt worden. Dabei wurden die vorhandenen Gebäude wie insbesondere Kirche und Burganlage mit einbezogen. Ebenso bildet die Topografie, der Weg von Kassel nach Göttingen mit der Werrafurt, eine Grundlage. Insofern ist die Geburt der Stadt Münden dem Welfen zuzuschreiben. Die Erziehung und weitere Entwicklung fiel den Landgrafen als Ammen zu (1180/1183 bis 1246/47).

In diese Zeit fällt unbestritten eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Die Ludowinger bauten Brücken in Creuzburg und Münden, sie verfügten Zoll- und Abgabenfreiheiten, jetzt im Dreiländereck Thüringen, Hessen und südl. (Nieder-)Sachsen. Das brachte Aufschwung und setzte die positive Entwicklung fort.

Hintergrundinformationen

Die Aussagen der Ludowinger Fans haben keine Substanz. Sie beruhen auf Annahmen, Vermutungen, Behauptungen; aber sie haben nicht eine einzige Urkunden, nicht einen einzigen Beleg. Basisaussagen nachzulesen bei Karl Heinemeyer, „Die Gründung der Stadt Münden“, erschienen als Aufsatz im Hess. Jahrbuch für Landesgeschichte, 1973. Dagegen gibt es für die Gründung durch den Welfen eine ganze Reihe von Urkunden und handfesten Fakten.

Die Urkunden reichen von 1144, 1154, 1156, 1157, 1163, 1180, 1183 über 1189 bis 1235 und 1247. Alles nachzulesen in den Büchern von Martin Czichelski aus 2002 und 2206, erschienen in der Schriftenreihe des Sydekumvereins. Die Urkunden des Landgrafen sind klassische Machtübernahme-Urkunden.

Wichtig bei Urkunden ist nicht nur die Übersetzung der lateinischen Texte aus dem jeweiligen Jahrhundert, sondern ebenso die rechts- und machtpolitische Bewertung sowie historische Verknüpfung im Kontext der Entwicklung.

Dazu kommt eine Vielzahl von archäologisch ergrabenen Fakten durch Funde und Befunde, die für eine frühe Besiedlung im Mündungsdreieck sprechen. So gab es bereits um das Jahr 1000 die erste Steinkirche, um 1125 den ersten Ausbau zu einer Basilika, um 1180 die nächste Erweiterung zu einer Kreuzbasilika und 1290 begann der Umbau zu einer gotischen Hallenkirche, wie wir sie heute kennen.

Das Resultat / Der Turniersieg

Bei interdisziplinärer Verknüpfung aller Fakten, Belege, Meinungen sowie Bewertung der macht- und rechtspolitischen Gegebenheiten wurde die Stadt Münden durch Herzog Heinrich den Löwen in der Zeit von 1165 bis 1175 gegründet. Der weitere Ausbau fällt klar in die Zeit der Ludowinger nach 1183 bis max. 1246. Dann war Münden wieder für lange Zeiten in der Hand der Welfen. Sieg und Ehre für die Welfen. Die Ludowinger sind gute Zweite."

Die Argumente der Ludowinger-These

Die Grabplatte Ludwigs III., wie sie heute in der Georgenkirche in Eisenach zu sehen ist.

Von Helmut Saehrendt

Als die Stadt Münden im Jahr 1183 erstmals urkundlich erwähnt wurde, war sie nur wenige Jahre oder Jahrzehnte alt. Wann sie aber gegründet wurde, auch wer der Gründer war, darüber gibt es keine Urkunden.

Gefragt werden kann, zu welchem Herrschaftsbereich das Mündungsdreieck zwischen Fulda und Werra, auf dem die Stadt entstand, damals gehörte. Es versteht sich nämlich von selber, dass ein Herrscher eine Stadt nur auf Gelände gründen konnte, für das er das Sagen hatte. Aber auch hierzu wurden keine entsprechenden Urkunden gefunden.

Daher muss weiter gefragt werden, welchem größeren Gebiet das Mündungsdreieck im 12. Jahrhundert zugeordnet werden kann. Der im Gebiet zwischen Fulda und Werra sich erstreckende und noch heute bis an die Stadt reichende Kaufunger Wald muss einst zwischen den beiden Flüssen weitergegangen sein, also eine Fortsetzung in das Tal hinab bis zum Zusammenfluss von Fulda und Werra gefunden haben. Ob dies zur Zeit der Stadtgründung auch noch so uneingeschränkt gegeben war, kann hinterfragt werden. Es gibt aber gute Gründe anzunehmen, dass das Mündungsdreieck damals politisch zum Gebiet des Kaufunger Waldes gehörte. Im Mittelalter wurden nämlich in der Mündener Region nachweislich gerne die Flüsse zur Abgrenzung der Territorien verwendet.

Außerdem lassen sich in der Stadtgeschichte Mündens Rechte des ehemaligen Klosters Hilwartshausen nicht finden, obwohl die jenseitigen Ufer von Fulda und Werra unstrittig damals fest in der Hand dieser Institution waren.

Herren des Kaufunger Waldes waren die thüringisch-hessischen Landgrafen. Sie gründeten zum Beispiel das damals in diesem Forst gelegene Landwehrhagen. Überliefert ist auch, dass sie in diesem Gebiet ein Reichslehen besaßen. Dass ihre Herrschaft sich auch in den Norden des Kaufunger Waldes und in das Mündungsdreieck zwischen Fulda und Werra erstreckte, dafür spricht das Reichslehen, das für Münden bei seiner Stadtgründung anzunehmen ist. Alles in allem: Mit großer Wahrscheinlichkeit waren es die thüringisch-hessischen Landgrafen, die die Stadt Münden einst gegründet haben.

Heinrich der Löwe, ein mächtiger Welfe des 12. Jahrhunderts, seit 1142 Herzog in Sachsen, baute die Herrschaft in seinem Lande zielstrebig aus. Nach Süden konnte er sie erweitern, da ihm hier 1152 der Besitz des erschlagenen Winzenburger Grafen zufiel. Auch kriegerische Auseinandersetzungen ermöglichten ihm ein weiteres Vordringen. So hatte Heinrich Einfluss an der Oberweser erlangt.

Die entscheidende Frage ist, ob sich der Welfenherzog damals auch das Mündungsdreieck zwischen Fulda und Werra aneignete, auf dem die Stadt Münden entstand. Denn eine Stadt gründen konnte nur derjenige, der auch das Sagen für das Gelände hatte, auf dem die Stadt angelegt werden sollte. Eine Urkunde, die Heinrich hier als Besitzer dieses Grund und Bodens ausweisen würde, gibt es nicht.

Münden war Reichslehen

Überliefert in der Heimatgeschichte ist eine Aussage aus dem 16. Jahrhundert von Johann Letzner, ein Vorgängerbau des Mündener Schlosses sei von Otto von Northeim errichtet worden. Sollte dies zutreffen, dann wäre in der Tat das Mündungsdreieck Heinrich dem Löwen zuzuordnen. Nachfolger der Northeimer waren nämlich die Winzenburger. Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass Letzner, der nur wenige Jahre Kaplan in Münden war, ein höchst umstrittener Historiker war. Das gilt besonders für Ereignisse, die in Bezug zu seiner Lebenszeit weit zurücklagen. Auch ist nicht bekannt, wie Letzner zu der Otto von Northeim betreffenden Meinung definitiv gekommen ist. In seinen zahlreichen Schriften ist jedenfalls dazu nichts Überzeugendes zu finden.

Bliebe noch die Möglichkeit, dass der Welfenherzog sich das Mündungsdreieck gewaltsam im Kampf mit den hessisch-thüringischen Landgrafen angeeignet hat. Von einer solchen Veränderung ist allerdings nichts bekannt. Außerdem: In diesem Falle hätte der Kaiser mit der Stadtgründung einverstanden sein müssen, denn die Stadt Münden war Reichslehen. Mit einer solchen Genehmigung ist aber nicht zu rechnen, da der Kaiser langjährig ein sehr enges Verhältnis mit den Landgrafen hatte.

Alles in allem: Es ist recht unwahrscheinlich, dass Heinrich der Löwe die Stadt Münden gegründet hat. Wird in Rechnung gestellt, dass es gute Gründe gibt, die Stadtgründer in den hessisch-thüringischen Landgrafen zu sehen, ist es nicht mehr vertretbar, den Welfenherzog als den Gründer der Stadt hinzustellen.

Professor kritisiert Münden-Bücher

Prof. Dr. Karl Heinemeyer, der an der Universität Erfurt, Mittelalterliche und Landesgeschichte lehrt, hat eine Rezension der beiden Mündener Geschichtsbücher von Ortsheimatpfleger Martin Czichelski geschrieben. Erschienen ist sie Ende 2008 im Niedersächsischen Jahrbuch für Landesgeschichte (Band 80, herausgegeben von der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen).

Darin zollt er Czichelskis Engagement und Arbeitsaufwand zwar „uneingeschränkte Anerkennung“, kritisiert jedoch heftig das Vorgehen des Ortsheimatpflegers. Czichelski gehe es um den Nachweis, dass Heinrich der Löwe die Stadt Münden gegründet hat, so Dr. Heinemeyer. Der Erfurter Professor selbst vertritt dagegen die Auffassung, dass Münden eine ludowingische Stadtgründung ist und sieht auch in den beiden Büchern keinen Gegenbeweis.

Der Autor habe Forschungsliteratur aus dem Zusammenhang gerissen oder nicht richtig eingeordnet, kritisiert Dr. Heinemeyer unter anderem, Begriffe seien falsch erklärt worden, die Aufarbeitung des Themas nicht wissenschaftlich.

Der Kragenhof, der in Czichelski Argumentation eine wichtige Rolle spielt, habe seinen Namen beispielsweise schlichtweg von dem Umstand, dass ihn die Fulda wie ein Kragen umschließe. Mit dem Besitzer „Folbraht Crahg“ habe das nichts zu tun.

Die Mittelalter-Archäologie kann laut Heinemeyer nur bedingt zur Bewisführung herangezogen werden, da sie zwar neue Quellen bereitstellen könne, in aller Regel aber nichts über Personen verrate.

Viele weitere Argumente nimmt Dr. Heinemeyer ins Visier und kommt zu dem Schluss, dass interessierte Laien zwar in der Orts- und Heimatgeschichte wichtige Beiträge leisteten, dass die Lösung wissenschaftlicher Probleme aber nicht so einfach sei, „jedenfalls nicht, wie die vorliegenden Arbeiten zeigen, für solche der Mittelalterlichen Geschichte mit ihren eigenen methodischen Besonderheiten und fachlichen Schwierigkeiten.“

Literatur

Eine kleine Auswahl zum Weiterlesen

Wer die Argumente und Thesen über die Gründung Mündens nachvollziehen möchte, kann auf eine große Zahl von Publikationen zurückgreifen. Hier eine kleine Auswahl an Büchern, in denen sich die oben verwendeten Daten wiederfinden: Martin Czichelski, „Die Gründung der Stadt Münden unter dem Einfluss der Welfen“, herausgegeben vom Sydekum-Verein 2002, sowie vom selben Autor „Gemunde im frühen und hohen Mittelalter“, erschienen 2006. Beide können im Archiv des Geschichtsvereins Sydekum in Hann. Münden eingesehen werden, Böttcherstraße 3, geöffnet mittwochs von 9 bis 12 Uhr. Noch druckfrisch ist das von Wolfgang-Dietrich Nück erschiene Buch „ Graf Sigebodo II. von Scharzfeld und Lauterberg“. Es ist Ende Mai erschienen in der Reihe Göttinger Forschungen zur Landesgeschichte und liegt im Stadtarchiv im Welfenschloss bereit (Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs von 10 bis 12 sowie donnerstags von 15 bis 19 Uhr). Ganz neu ist der jüngste Band der Reihe „Geschichte an den drei Flüssen“ von Dr. Johann Dietrich von Pezold mit dem Untertitel: Streiflichter in die Vergangenheit der Stadt Hann. Münden an Werra, Fulda und Weser.

Martin Czichelski: „Die Gründung der Stadt Münden unter dem Einfluss der Welfen“, herausgegeben vom Sydekum-Verein 2002.

Martin Czichelski: „Gemunde im frühen und hohen Mittelalter“, erschienen 2006 (beide Bücher können im Archiv des Geschichtsvereins Sydekum in Hann. Münden eingesehen werden, Böttcherstraße 3, geöffnet mittwochs von 9 bis 12 Uhr.

Wolfgang-Dietrich Nück: „Graf Sigebodo II. von Scharzfeld und Lauterberg“, im Mai 2008 erschienen in der Reihe Göttinger Forschungen zur Landesgeschichte (liegt im Stadtarchiv im Welfenschloss bereit, Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs von 10 bis 12 sowie donnerstags von 15 bis 19 Uhr).

Dr. Johann-Dietrich von Pezold: „Geschichte an den drei Flüssen. Streiflichter in die Vergangenheit der Stadt Hann. Münden an Werra, Fulda und Weser." Im Buchhandel für 11 Euro erhältlich.

Dr. Karl Heinemeyer in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte (Band 80, herausgegeben von der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen).

Weitere Informationen:

Wer sich über dieses Thema ausführlicher informieren möchte: unter www.hann-muenden.edvbeer.de gibt es weitere Informationen zur Geschichte.

siehe auch

Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster in Helmarshausen stammt das Evangeliar Heinrichs des Löwen aus dem Jahr 1173, von dem ein Faksimile in Helmarshausen zu besichtigen ist.

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